400 Frauen, ein Nachmittag, eine Botschaft
Als sich am Freitag, 13. März, die Türen der Lindenhalle Ehingen öffneten, warteten bereits Streicherklänge, ein roter Teppich und ein Glas Sekt auf die Gäste. Nach und nach füllte sich die Halle mit Stimmen, Lachen und erwartungsvoller Stimmung. Rund 400 Frauen waren zum KreisLandFrauentag gekommen – darunter viele, die zum ersten Mal mit den LandFrauen in Berührung kamen. Das Motto des Nachmittags lautete: „Begeistern.“ Und genau das gelang.
Die Kreisvorsitzenden Sabine Scherb und Claudia Grab-Kroll führten durch ein Programm, das von Beginn an Energie hatte. Mit kleinen Impulsen, spontanen Aktivierungen und viel Herzlichkeit holten sie den Saal immer wieder aktiv ins Geschehen – und luden die Gäste ein, diesen besonderen Nachmittag bewusst zu genießen. Schnell wurde deutlich: Dieser LandFrauentag sollte nicht nur informieren, sondern vor allem verbinden, Mut machen und Gemeinschaft erlebbar machen.
Oberbürgermeister Alexander Baumann wurde mit dem lautesten Applaus des Tages auf die Bühne begleitet. In seinen Grußworten würdigte er das Engagement der LandFrauen und betonte ihre wichtige Rolle für das gesellschaftliche Leben in der Region. Was ihn selbst in seinem Amt täglich antreibt, brachte er auf den Punkt: die Möglichkeit, tatsächlich gestalten zu können und gemeinsam etwas zu bewegen.
Auch Landrat Heiner Scheffold schloss sich an. Er hob hervor, wie wertvoll das Engagement der LandFrauen für den ländlichen Raum sei. Die LandFrauen stünden für Bildung, Austausch und Gemeinschaft – und seien gleichzeitig eine Organisation, die sich immer wieder weiterentwickle und neue Wege gehe.
Die Prenzlschwäbin
Den wohl eindrucksvollsten Moment des Bühnenprogramms setzte Bärbel Stolz – gebürtige Hayingerin, heute in Berlin zu Hause und eine der profiliertesten Kabarettistinnen im deutschsprachigen Raum. Für den KreisLandFrauentag hatte sie eigens ein Programm geschrieben – kein Standardauftritt, sondern ein speziell auf die LandFrauen zugeschnittenes Bühnenstück. Mit Schärfe, Humor und viel Herz beleuchtete sie die Rolle der Frau in der Gesellschaft, griff Alltagssituationen auf und hielt dem Publikum immer wieder augenzwinkernd den Spiegel vor.
Mit Erich Kästners Gedicht „Keiner blickt dir hinter das Gesicht“ schlug sie auch nachdenkliche Töne an – und eröffnete den Frauen im Saal einen Raum, Unperfektion nicht als Schwäche, sondern als Freiheit zu begreifen. Der Saal lachte, wurde still, hielt inne und lachte wieder. Ein Satz blieb besonders hängen: „Lachen ist Liebe.“
Für den musikalischen Teil sorgte Sängerin Simona aus Dächingen, die mit ihrer Stimme schnell den ganzen Saal erreichte. Zuvor erklärte Claudia Grab-Kroll, was die Wissenschaft über gemeinsames Singen weiß: Oxytocin und Endorphine werden ausgeschüttet, Herzschläge synchronisieren sich, Stresswerte sinken messbar. Dann wurde gesungen – laut, frei und gemeinsam. Für viele ein Moment, der die besondere Atmosphäre dieses Nachmittags spürbar machte.
Zum Abschluss folgte ein Moment besonderer Wertschätzung. Vier Frauen wurden für ihr langjähriges Engagement geehrt: Stefanie Steinwender, acht Jahre Ortsvorsitzende der Dettinger LandFrauen; Gerda Schramm, 18 Jahre Leiterin des Ortsvereins Allmendingen-Niederhofen; Roswitha Schmidberger, 17 Jahre an ihrer Seite im selben Verein; sowie Ruth Schenk, seit 29 Jahren Chorleiterin des LandFrauenchors – ein Aushängeschild mit Strahlkraft weit über die Region hinaus. Ihr Engagement steht beispielhaft für die vielen Frauen, die sich über Jahre hinweg mit Herzblut für die Gemeinschaft einsetzen.
Am Ende erhob sich die gesamte Halle. Ein gemeinsames Lied erklang, hunderte Lichter leuchteten – und der Saal stand. Ein Moment, der zeigte, was diesen Nachmittag getragen hatte: Gemeinschaft, Freude und gegenseitige Wertschätzung.
„Ich bin immer noch überwältigt, wie viele Frauen wir erreichen konnten“, sagte Kreisvorsitzende Claudia Grab-Kroll nach der Veranstaltung. Sabine Scherb ergänzte: „Dieser Tag hat gezeigt, wie stark unsere Gemeinschaft der LandFrauen ist.“
Mehr als 150 Frauen, die an diesem Nachmittag dabei waren, gehören bislang keinem LandFrauenverein an. Das war durchaus gewollt. Die LandFrauen verstehen sich als offene Gemeinschaft – für Frauen in jeder Lebensphase und aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Neben Bildungsangeboten, kulturellen Veranstaltungen und gemeinsamen Aktivitäten bieten sie vor allem eines: einen Ort der Begegnung.
Wer neugierig geworden ist: Die Ortsvereine im Kreis Ehingen freuen sich über jede Frau, die einmal vorbeischaut.
Fotos stammen von der Fotografin Tina Kräutle – Fotografie und Design